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Tradition : Karneval

Der Karneval von Binche

Der Karneval von Binche
© © OPT / JL Flemal

An den drei tollen Tagen ist das gut 60 km südlich von Brüssel gelegene belgische Städtchen Binche außer Rand und Band. Denn es ist wieder soweit: Binche feiert seinen weit über die Landesgrenzen hinaus berühmten Karneval, der seit 2003 sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt!

Riten, Symbolik und buntes Treiben
Wichtigste Figur des jahrhundertealten bunten Treibens mit seinen minutiösen Traditionen voller Symbolkraft sind die berühmten, stets aus Binche stammenden „Gilles“, die sich nur in Begleitung eines Trommelspielers fortbewegen dürfen, sich niemals in der Öffentlichkeit hinsetzen und niemals betrunken sein dürfen!

Fantastische Kostüme
Einen Gil erkennt man am Gewand in den belgischen Farben, geschmückt mit belgischen Löwen und anderen Symbolen, der mit Stroh ausgestopften Bluse, dem überdimensionalen Hut aus knapp 300 Straußenfedern, dem Schellengürtel, den schweren Holzpantinen, dem Korb mit Blutorangen und natürlich an der traditionell am „Mardi Gras“ getragenen Wachsmaske.

Das traditionelle Karnevalsprogramm erstreckt sich über drei Tage. Den Höhepunkt bildet der „Mardi Gras", der Karnevalsdienstag (s.u.):

  • Karnevalssonntag: Die Karnevalsgesellschaften ziehen zum Klang von Trommeln und der „Viole“ – einer tragbaren Drehorgel - mit fantasievollen Kostümen durch die Stadt. Am Nachmittag folgt ein Umzug am Bahnhof.

  • Karnevalsmontag: Die Bincher Bürger ziehen morgens gemeinsam mit jungen Musikgruppen im Konfettiregen von Café zu Café. Gegen Abend folgt ein Feuerwerk mit traditioneller Blasmusik.

  • Karnevalsdienstag „Mardi Gras“: Ab 4 Uhr morgens beginnt die „Versammlung“ der Gilles: Schon bald ziehen knapp 1000 Gilles durch die Straßen und läuten den Tag mit einem traditionellen Austern- und Champagnerfrühstück ein.
    Es folgt der Zug in Richtung Grand-Place zum morgendlichen „Rondeau“-Tanz mit der berühmten Bincher Wachsmaske.
    Nach kurzer Pause versammeln sich die Gruppen nachmittags erneut zum Umzug. Jetzt tragen die Gilles ihre eindrucksvollen Straußenfederhüte und verteilen die Blutorangen.
    Bis zum Abend ziehen die Gruppen durch die Straße, um gegen 21 Uhr den letzten „Rondeau“ zu tanzen. Feuerwerk und Trommeln verstummen erst im Morgengrauen des Aschermittwoch.


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